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28.01.2010 << zurueck
 
Biogasprojekt in Borken: Baubeginn verschoben
 

Seit knapp einem Jahr wird im Kreis Borken heiß diskutiert, ob die geplante Biogaspilotanlage von RWE Innogy und dem Bauernverband WLV funktioniert.

WLV RWE Biogasprojekt

Im Februar 2009 hatten der Landwirtschaftsverband und der Energieversorger RWE einen Kooperationsvertrag unterschrieben Auch die berufsständischen Vertreter im Kreis Borken stimmten mit großer Mehrheit dafür. Im Mai sollte dann die Versuchsanlage starten, damit der Bau im Herbst beginnen könnte. Passiert ist allerdings noch nichts. RWE begründet den Verzug zunächst mit schwierigen Verhandlungen um das 3,2 ha große Grundstück in Südlohn. Auch Planungen und Genehmigungen würden noch ausstehen, so dass jetzt der Herbst 2010 für den Baubeginn ins Auge gefasst sei, erklärte Dr. Thorsten Blanke von RWE Innogy. Geklärt werden mussten zudem erst noch Fragen zur Hygiene und zum Seuchenrecht. Zudem hätte der Energieversorger zwei neue Gesellschaften gegründet, die Biogas Münsterland GmbH (50 % RWE, 50 % Landwirte) für die Substratbeschaffung und die Naturdünger Münsterland GmbH (100 % WLV). Geplant sei jetzt noch eine Beteiligungsgesellschaft, die als Kapitalgesellschaft die sich beteiligenden Landwirte und andere Vertreter der grünen Branche zusammenfasst.

Von Konzept überzeugt

„In den Verträgen ist klar geregelt, dass nur Gülle aus der Region in die Anlage fließt, dass keine Hauptfrüchte verwendet werden dürfen und dass ein Hauptteil der Nährstoffe mit dem aufbereiteten Dünger aus der Region fließen soll“, erklärt Doris Nienhaus von der WLV-Service GmbH. Ziel sei, dass Nährstoffproblem der hiesigen Bauern zu lösen und gleichzeitig umweltfreundliche Energie zu erzeugen. Nienhaus ist fest davon überzeugt, dass die Gülleseparation – die Hälfte der Gülle soll als Güllefeststoff in die Anlage fließen – (wirtschaftlich) funktionieren wird. Anlagen zur Separation von Rindergülle seien mit rund 20 000 Euro nicht teuer, erklärte sie dem Wochenblatt. „Im Bereich Schweinegülle konnte die Firma Spalek ihr Gerät weiter verbessern.“

Biogas aus Gülle – geht das?

Bleibt die Frage, ob es überhaupt möglich und wirtschaftlich ist, Biogas aus 90 % Gülle und 10 % Zwischenfrüchten herzustellen. Dazu habe es Tests gegeben, wie sich z.B. Antibiotika auswirken. Zu den Ergebnissen wollte der WLV nichts sagen. Die gewünschten Gasausbeuten würden aber erreicht, hieß es. Bis jetzt geht Nienhaus davon aus, dass Landwirte, die sich finanziell an der Anlage beteiligen, eine Rendite von 6 – 8 % erhalten werden. Bleibt die Frage, ob das Interesse und Vertrauen der Bauern so groß ist, dass genügend Substrate geliefert werden.

Details

  • Leistung 10 MW Feuerungswärme = 3,7 MWel
  • Strom nur für BHKW-Eigenbedarf und Gärresteaufbereitung
  • Restliche Gas, 60 GWh, geht aufbereitet ins Erdgasnetz
  • 18 – 20 Mio. Euro Investitionsvolumen, aufgeteilt auf RWE und WLV
  • Substrat: Gülle und Zwischenfrüchte
  • 110 000 bis 120 000 t Güllefeststoff und 60 000 t Rohgülle notwendig, gleiche Teile Schwein und Rind, entspricht 650 000 bis 700 000 m3 Rohgülle
  • 400 bis 600 Landwirte aus einem Umkreis von 20 km müssen sich beteiligen
  • 700 ha Zwischenfrüchte werden benötigt
  • Durch die dezentrale Separation der Rohgülle bleibt N und K im Betrieb, P-Feststoffe gehen in Biogasanlage
  • Aufbereitete Gärreste werden in Ackerbauregionen verkauft
  (Quelle: landw. Wochenblatt Westfalen-Lippe)

 

 

 
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